SYLVENSTEIN Rechtsanwälte | Kapitalmarktrecht
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Kapitalmarktrecht

P&R Insolvenz Amtshaftungsansprüche

P & R Insolvenz: Ansprüche gegen BaFin?

Amtshaftungsansprüche gegen die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen?

Viele Anleger in der P&R Insolvenz suchen nach solventen Anspruchsgegnern, um ihren Verlust zu minimieren. Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Viele Akteure sind letztendlich verantwortlich, dass die P & R Anlagegesellschaft Insolvenz anmelden musste und die gigantische Summe von 3,5 Milliarden Euro nahezu verbrannt ist bzw. durch das Insolvenzverfahren verbrennen wird.

Akteure sind nicht nur die Gesellschafter und Geschäftsführer der P&R Gesellschaften. Ansprüche können nicht selten auch gegen externe Finanzberater und Wirtschaftsprüfer geltend gemacht werden, die das Direktinvestment in Container empfohlen haben.

Nunmehr wird ein neuer Akteur ins Visier genommen: die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Was ist die Aufgabe der BaFin?

Die BaFin soll für ein vertrauenswürdiges Finanzsystem sorgen und den Markt beaufsichtigen. Sie beaufsichtigt Banken und Versicherungen. Sie dient vor allem dem Schutz des Bankkunden, des Versicherten und des Anlegers. Unter anderem prüft die BaFin auch Anlageprospekte und viele Tätigkeiten und Angebote auf dem Finanzmarkt bedarf es einer Genehmigung der BaFin.

Was wird der BaFin in der P&R Insolvenz vorgeworfen?

Man kann juristisch  argumentieren und sich auf den Standpunkt stellen, dass die BaFin zumindest im Jahr 2017 die Anlageprospekte der P&R Anlageprodukte nicht ausreichend überprüft hat. Für den Zeitraum vor 2017 ist dieser Vorwurf eher fernliegend, da aufgrund gesetzlicher Vorschriften eine Prospektpflicht erst 2017 bestand. Dabei wird mit dem Wort “Kohärenz” argumentiert. Der BaFin hätte auffallen müssen, dass eine sehr große Menge an Schiffscontainern schlicht fehlte. Denn die P&R Gruppe hatte ca. 1,6 Millionen Container verkauft – tatsächlich bestand die Flotte nur aus gut 600.000 Containern. Es gab zudem in den Jahren 2016 bereits erste Hinweise auf Mietunterdeckungen – also es kam weniger Miete “rein” aufgrund der tatsächlich fehlenden Container. Hier werfen einige Anleger der BaFin ein Aufsichtsversagen vor. Denn die BaFin hätte als Aufsichtsbehörde reagieren müssen.

Was ist der gesetzliche Maßstab für eine Amtshaftung?

Die Amtshaftung wird im Bürgerlichen  Gesetzbuch geregelt. Kernvorschriften sind hier § 839 BGB in Verbindung mit Art. 34 GG. Grundsätzlich kommt eine Haftung der BaFin in Betracht, da die BaFin eine Behörde ist mit Beamten, die dem Bundesfinanzministerium unterstellt ist.

Was können Anleger in der P&R Insolvenz tun?

Wir vertreten viele Anleger und bieten eine breite Palette von Maßnahmen an. Neben möglichen Amtshaftungsansprüchen prüfen unsere Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht auch Ansprüche gegen die jeweiligen Berater. Wir stehen auch in Kontakt mit Forderungskäufern, die geschädigten Anlegern eine faire Summe für ihre Forderungen bieten.

Wir bieten Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung an durch unsere Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht. Wir haben für Anleger mehrere hundert Fälle im Zusammenhang mit Direktinvestments bei Schiffscontainern erfolgreich betreut. Nehmen Sie kostenlos mit uns Kontakt auf.

Anleger erhalten Geld zurück nach Widerruf der Zeichnung von Montranus III

Montranus Widerruf – Geld zurück bei Montranus III

Geld zurück bei Montranus III. Der Montranus Widerruf ermöglicht es den Anlegern, ihr Geld zurück zu erhalten.

Montranus Widerruf bei Montranus III

Viele Anleger haben sich seit dem Jahr 2005 überreden lassen, einen Beteiligungsvertrag abzuschließen und eine Einlage zu leisten, um Anteile an der Montranus Dritte Beteiligungs GmbH & Co. Verwaltungs KG zu erwerben.

Diese Beteiligung hat sich jedoch für viele Anleger als Fehlinvestment erwiesen. Die Ausschüttungen waren weit unter den Erwartungen und bleiben nun mitunter aus. Das Geld, das die Anleger im Wege der Eigenfinanzierung erbracht worden war, ist größtenteils verloren.

Was können Anleger tun?

Anleger können ihre Beitrittsvereinbarung widerrufen. Nutzen Sie das scharfe Schwert des Verbraucherrechts und machen Sie ihr Investment an der Fondsgesellschaft Montranus III durch den “Montranus Widerruf” rückgängig.

Wie funktioniert der Montranus Widerruf?

Die Beteiligung am Montranus Filmfonds unterteilt sich in die Eigenfinanzierung und in eine Fremdfinanzierung. Bei beiden Finanzierungen ist dem Anleger eine Widerrufsbelehrung vorgelegt worden. Auch wenn die die Fremdfinanzierung bereits zurückgeführt worden ist, können Sie diese heute noch widerrufen. Denn die erteilte Widerrufsbelehrung in den Zeichnungsunterlagen ist fehlerhaft. Die Folge ist, dass die Widerrufsfrist nicht beginnt zu laufen. Daher kann das ganze Geschäft jetzt noch rückgängig gemacht werden.

Was werden wir für Sie tun?

Schicken Sie uns ihre Zeichnungsunterlagen gerne per E-Mail an broecker@sylvenstein-law.de. Unsere Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht überprüfen Ihren Fall. Die Ersteinschätzung führen wir kostenlos für Sie durch. Wir teilen Ihn mit, ob sich der Montranus Widerruf für Sie lohnt.

Haben wir schon Erfolge erzielt?

Ja. Wir haben schon mehrere positive Urteile für die Anleger erstritten. Leiturteil ist hier das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 26. September 2017. Der BGH hat hier zugunsten der Anleger entschieden in Bezug auf den Vorgängerfonds. Diese Rechtsprechung ist in der Sache auf den Fond Montranus Dritte Beteiligungs GmbH & Co. Verwaltungs KG (Montranus III) anwendbar.

Zögern Sie nicht und machen Sie von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch. Wir unterstützen Sie dabei.

 

Geld zurück bei Containerinvestment

P & R Container – Schnellcheck

P & R Container Verkaufsstopp – Was nun?

Viele Anleger sind nach den Meldungen über den Verkaufsstopp von weiteren Containerinvestments besorgt um ihre Anlage. Gründe über den Verkaufsstopp sind nach wie vor nicht bekannt und werden auf Nachfrage auch nicht beantwortet.

Wie laufen die Containerinvestments ab?

Viele Anleger setzten sich nun näher mit ihrem Container-Direktinvestment bei einer P & R Container Gesellschaft auseinander. Dabei stellt man schnell fest, dass das getätigte Investment komplex ist und die Rendite von vielen Faktoren abhängt. Durch den Kauf von Containern hat der Anleger einen Vertrags- und Investmentprozess in Gang gesetzt, der sich hinter den Kulissen abspielt. Der Anleger selbst ist nur durch das einmalige Investment aktiv geworden. Der sich daran anschließende Prozess ist vielseitig und stellt sich in den Grundzügen wie folgt dar:

  1. Anleger Müller schließt mit Emittenten (P & R Transport-Container GmbH) einen Kauf- und Mietvertrag ab.
  2. Anleger Müller erwirbt Eigentum an gekauften Containern.
  3. Im gleichen Zug mietet die P & R Transport-Container GmbH die Container von Anleger Müller.
  4. Die P & R Transport-Container GmbH hat die von Anleger Müller gekauften Container jedoch nicht auf Vorrat, sondern kauft die Container ihrerseits von der in der Schweiz ansässigen Schwestergesellschaft P & R Equipment & Finance Corp. Zwischen der P & R Transport-Container GmbH und der P & R Equipment & Finance Corp besteht ein Rahmenvertrag.
  5. Die beiden P & R Gesellschaften schließen ein Untermietverhältnis. Die Berechtigungskette sieht aus wie folgt: Eigentümer und Vermieter = Anleger Müller → Mieter P & R Transport-Container GmbH →Untermieter P & R Equipment & Finance Corp

Risiken des Containerinvestments

Die Risiken sind vielfältig und lassen sich auch den entsprechenden Verkaufsprospekten entnehmen. Immer wieder weist die P & R Transport-Container GmbH darauf hin, dass es von wesentlicher Bedeutung ist, dass die P & R Transport-Container GmbH übe genügend Liquidität verfügt. Dies ist wesentliche Grundlage und Bedingung für die Verzinsung und Rückzahlung der Vermögensanlage. Die vielbeschworene Liquidität erhält die P & R Transport-Container GmbH über drei Zuflüsse: (1) Zahlung der Anleger = Kaufpreise der Container; (2) Zahlungen der Schwestergesellschaft P & R Equipment & Finance Corp = Untermietzins; (3) Rückkauf der Container durch die P & R Equipment & Finance Corp

Die Liquidität der P & R Transport-Container GmbH ist unter anderem auch wichtig, um den Rückkauf der Container zu ermöglichen. Wenn jetzt die P & R Transport-Container GmbH keine neuen Investments mehr auflegt, so kann dies zu einem Liquiditätsengpass führen. Dies ist nicht zwingend, sondern kann eintreten, da es ja weiterhin andere Liquiditätszuflüsse gibt. Jedoch: Es sind Ungereimtheiten beim Vertrieb der Container aufgetreten. Es gibt anscheinend mehr Mietauszahlungen als Mieteinnahmen. Dies führt zu sogenannten Mietunterdeckungen.

Kostenloser Schnellcheck für Schadensersatzansprüche

Wir bieten Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung an durch unsere Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht. Wir prüfen Schadensersatzansprüche gegen verschieden Anspruchsgegner. Wir haben für Anleger mehrere hundert Fälle im Zusammenhang mit Direktinvestments bei Schiffscontainern erfolgreich betreut. Nehmen Sie kostenlos mit uns Kontakt auf.

p und r container

p und r container — Einstellung des Verkaufs von Containern

Die P&R Transport-Container GmbH aus Grünwald bei München hat seit dem 7. März den Vertrieb von aktuellen Angeboten eingestellt. Auf der Internetseite von P& R heißt es schlicht: Aktuell ist kein öffentliches P&R Angebot verfügbar.

Was bedeutet der “Shut down” für Anleger?

Den Verkaufsstopp hat die P und R Container GmbH nicht näher begründet. Jedenfalls schürt diese Meldung Unsicherheit bei den über 50.000 Anlegern.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass Finanztest bereits vor einem Jahr den Direktinvestments in Container keine guten Noten ausgestellt hat. Das Angebot Nr. 5004 von P&R, das am 28. Februar 2018 geschlossen worden ist, wurde mit “mangelhaft” bewertet.

Auch gegenüber Anfragen gab sich P&R schmallippig. Geschäftsführer Martin Ebben teilte lediglich mit, dass aus aktuellem Anlass keine Verträge mehr für Angebote Nr. 5005 und 6005 abgeschlossen werden und die Vertriebspartner der P&R entsprechend angewiesen wurden.

Das letzte Containerinvestment Angebot Nr. 5005 ist nunmehr am 7. März geschlossen worden. Es richtete sich an Privatanleger, die eine Mindestinvestition von ca. EUR 200.000 tätigen mussten.

Nun kann man nicht pauschal sagen, dass der Verkaufsstopp der P&R GmbH die Investment der Anleger gefährdet – denn die Gründe sind ja bisher nicht offengelegt. Jedoch haben Anleger bereits von Zahlungsverzug berichtet. Diese Informationen beunruhigen.

Hinzu kommt: Sollte P&R sein Verkaufsgeschäft längerfristig einstellen, so heißt dies ja auch, dass keine Neukunden geworben werden müssen. Jedoch ist Erfolg ein entscheidender Anreiz und Grundlage für Neugeschäfte und Kundengewinnung.

Was können Anleger von P&R Containerinvestments jetzt tun?

Wir haben umfangreiche Erfahrung bei der Rückabwicklung von Containerinvestments. Unser Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Dr. Hermann Bröcker prüft für Sie die möglichen Ansprüche auf Schadensersatz aufgrund Prospekthaftung. Denn nicht selten droht bei Containerinvestments ein Totalverlust der Investitionssumme.

 

BGH stärkt Aktionärsrechte. Übernahmen werden teurer

Urteil des BGH stärkt Aktionärsrechte (Az. II ZR 37/16 – Celsio)

Der Celesio Fall  (Az. II ZR 37/16 – Celesio)

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in seinem Urteil zum “Az. II ZR 37/16 – Celesio” eine wichtige Entscheidung zum Aktienrecht und Übernahmerecht gefällt. Dieses Recht ist insbesondere im Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) geregelt. Kernpunkt der Entscheidung ist die Auslegung des § 31 Absatz 6 WpÜG. Hier hat der BGH die Vorschrift weit ausgelegt und dadurch die Aktionärsrechte gestärkt. Die Vorschrift erfasst nach Ansicht des BGH nicht nur die Vereinbarung einer Wandelanleihe zwischen dem Bieter und einem Aktionär, sondern auch den derivativen Erwerb einer Wandelschuldverschreibung von einem Dritten. Die Entscheidung setzt neue Maßstäbe für die Angemessenheit der Gegenleistung im Rahmen eines Aktien-Übernahmeangebots.

Was war bei der Übernahme passiert?

Im Januar 2014 verkündet der US-Konzern McKesson, dass er einen Aktienkaufvertrag mit Celesio zur Übernahme getroffen habe. McKesson wollte gut 6 Milliarden Euro zahlen – also 23,50 Euro pro Aktie.

Ebenfalls im Januar 2014 schloss die McKesson mit dem Finanzinvestor Elliot einen Anleihe-Kaufvertrag. Bezogen auf eine Aktie betrug der Kaufpreis hinsichtlich der Anleihen 30,94 Euro.

Was war Gegenstand des BGH Urteils?

McKesson (früher Celesio) legte Revision beim BGH ein gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt. In jenem Urteil verurteilte das OLG Frankfurt McKesson als Übernehmer den Aktionären für ihre Aktien an Celesio einen höheren Preis zu zahlen. Dieser Nachschlag, den McKesson an die Aktionäre zahlen muss, wurde jetzt vom BGH bestätigt. Das heißt: ehemalige Aktionäre von Celesio erhalten jetzt noch mal pro Aktie einen Nachschlag von EUR 7,45.

Der BGH sieht die Anspruchsgrundlage für einen direkten Zahlungsanspruch der Aktionäre in § 31 Abs. 1 Satz 1 WpÜG. Danach hat der Bieter (also McKesson) den Aktionären der Zielgesellschaft (also Celesio) eine angemessene Gegenleistung anzubieten. Ist die Gegenleistung nicht angemessen, steht den Aktionären, die das Angebot angenommen haben, gegenüber dem Bieter ein Anspruch auf Zahlung des Differenzbetrags zwischen der angebotenen und der angemessenen Gegenleistung zu.

Das Gericht setzte den Erwerb einer Wandelschuldverschreibung mit einem Aktienerwerb gleich. Denn der Inhaber einer solchen Schuldverschreibung hat ja gegenüber dem Unternehmen ein Wahlrecht. Wenn er das Wandlungsrecht ausübt, erhält er Aktien. Wenn er seine Option auf Übergabe von Aktien nicht ausübt, erhält den investierten Betrag in Geld zurück. Im Celesio-Fall hatte McKesson sein Optionsrecht ausgeübt und Aktien von Celesio erworben.

Das Gericht stellte hinsichtlich des Optionsrechts auf objektive Kriterien ab – denn nur diese seien feststellbar in einem Verfahren. McKesson hatte innerhalb der Frist des § 31 Abs. 3 WpÜG die Anleihen erworben und gewandelt. Hierin sah das Gericht einen objektiven Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot. Das Gericht stellte die erworbenen Anleihen dem Erwerb der Aktien gleich.

Fazit:

Das Urteil ist für die Praxis sehr wichtig, da bei der Übernahme die Zusatzpreise für Aktien aus einer Wandlung eingepreist werden müssen. Die Budgets für Übernahmen müssen hier überdacht werden. Fakt ist ja, dass die Aktionäre von Celesio noch Zahlungsansprüche in Höhe von 7,45 Euro pro Aktie haben. Die Entscheidung ist sogar anders als die Einschätzung der BaFin, die meinte, dass eine Gleichbehandlung nur bei Papieren gleicher Art angezeigt ist. Dem ist nicht so. Den Aktionären wird der Rücken gestärkt.

Rechtsschutzbedingungen

Rechtsschutzbedingungen – Achtung bei Änderungen

Aus internen Kreisen der Versicherungswirtschaft ist zu hören, dass demnächst die sogenannten Allgemeinen Rechtsschutzbedingungen (ARB) bei vielen Rechtsschutzversicherern geändert werden. In den nächsten Monaten werden also die Versicherungsnehmer von vielen Versicherern Mitteilungen per Post oder E-Mail erhalten, in welchen um Zustimmung zu den Änderungen gebeten wird.

Was wird an den Rechtsschutzbedingungen geändert?

Die Änderungen der Rechtsschutzbedingungen betreffen vor allem die Reduzierung des Versicherungsumfangs hinsichtlich Baufinanzierungen und Darlehen. Zudem planen die Versicherer eine Reduzierung des Rechtsschutzes rund um Kapitalanagen. Im Gegenzug bewerben die Rechtsschutzversicherer die Ausweitung des Versicherungsumfangs für andere Bereiche. Diese sind aber in der Praxis eher unwichtig. Auf diese Weise soll der Versicherungsnehmer von der Zustimmung zur Änderung der Rechtsschutzbedingungen überzeugt werden.

Warum werden die Rechtsschutzbedingungen geändert?

Grund für die Änderungen der Rechtsschutzbedingungen sind die Erfahrungen der Versicherer in den letzten Jahren hinsichtlich des Widerrufs von Immobiliendarlehen. Viele Verbraucher nutzten ihr Widerrufsrecht, das ihnen im Rahmen ihrer Baufinanzierung gesetzlich zusteht. Auf diese Weise konnten die Darlehensnehmer aus ihren teuren Kreditverträgen raus und von den aktuellen Niedrigzinsen profitieren.
Die Darlehensnehmer mit einer Rechtsschutzversicherung erhielten meist eine Deckungszusage, wenn die finanzierte Immobilie selbstgenutzt war. Die Streitwerte derartiger Streitigkeiten lagen schnell im sechsstelligen Bereich. Daher waren auch die gesetzlichen Gebühren für die Anwälte und Gerichte hoch. Die Kostenlast traf und trifft die Rechtschutzversicherungen. Hinzu kommt, dass der Widerruf von Immobiliendarlehen eine Klagewelle ausgelöst hatte und eine sehr beträchtliche Zahl von Versicherungsnehmern den Versicherungsschutz im Zuge des Widerrufs in Anspruch nehmen.

Um vergleichbare finanzielle Belastungen im Zuge von Massenverfahren zu verhindern, steuern die Versicherungen jetzt entgegen und reduzieren den Versicherungsumfang für mögliche kostenträchtige Rechtsschutzfälle im bank- und kapitalmarktechtlichen Umfeld. In der Vergangenheit wurden die Rechtsschutzversicherer auch von klagewilligen Telekom-Aktionären zu Hauf in Anspruch genommen. Hier verweigerten einige Versicherer eine Deckungszusage mit dem Argument, dass die Käufer der Telekomaktie Gesellschafter der Telekom AG geworden seien und “gesellschaftsrechtliche” Streitigkeiten vom Versicherungsschutz ausgenommen seien. Hier sprach der Bundesgerichtshof zugunsten der Versicherten ein Machtwort und betonte, der Deckungsschutz aus diesem Grund nicht verweigert werden dürfe, da beim Aktienkauf durch Kleinanleger kein gesellschaftsrechtliches Verhältnis im Vordergrund stehe.

Achtung: Versicherungsnehmer muss nicht zustimmen

Unser Tipp: Der Versicherungsnehmer sollte sich die von seiner Versicherung vorgeschlagene Änderung der Rechtsschutzbedingungen genau durchlesen. Eine Zustimmung sollte er nicht ohne Weiteres geben, sondern abwägen, welchen Versicherungsschutz er in Zukunft am ehesten benötigt.

crowdinvesting gesetz

Crowdinvesting Gesetz – Vorgaben für das Crowdfunding

Intelligenter Schwarm. Seit Juli 2015 gilt das sogenannte Kleinanlegerschutzgesetz. Mit dem Entwurf und der Verabschiedung dieses Gesetzes reagierte der Gesetzgeber auf die Mega-Pleiten von Prokon und S&K. Diese Firmen sammelten Gelder von tausenden Kunden ein, um diese anzulegen. Sie nutzten das Prinzip der sogenannten Schwarmfinanzierung (Crowdfunding). Geld von vielen Anlegern einsammeln, um diese in ein Projekt zu investieren. Am Markt entstand durch die Insolvenzen eine Verunsicherung beim Anleger. Daher schuf der Gesetzgeber das Kleinanlegerschutzgesetz, das auch als Crowdinvesting Gesetz bezeichnet werden kann. Denn für die Betreiber von Crowdinvesting Plattformen gilt es, die Vorgaben aus dem Crowdinvesting Gesetz zu beachten.

Crowdinvesting Gesetz – Privilegierung von Schwarmfinanzierungen

Soweit eine Schwarmfinanzierung über eine Internetplattform die gesetzlichen Vorgaben des Kleinanlegerschutzgesetzes erfüllt, muss kein aufwendiger Wertpapierprospekt erstellt werden. Der Gesetzgeber hat hier eine “Befreiung für Schwarmfinanzierung” geschaffen (§ 2a VermAnlG). Voraussetzung ist unter anderem, dass die Vermögensanlage einen Gesamtwert von 2,5 Mio. Euro nicht überschreitet und jeder einzelne Anleger für das Crowdprojekt nicht mehr als 10.000 Euro einsetzt.

Crowdfunding Gesetz und Zukunftsperspektiven

Am Crowdfundig Markt herrscht Bewegung und es werden Stimmen laut, die eine Hochsetzung der Emissionsschwelle fordern. Diese liegt, wie oben erwähnt, bei 2,5 Mio Euro und soll verdoppelt werden auf 5 Mio. Euro, um die Schwarmfinanzierung effektiv und attraktiv zu halten.

Eine Hochsetzung der Schwelle für den gesetzlich privilegierten Markt erweitern. Das würde bedeuten: Weniger gesetzliche – und vor allem aufsichtsrechtliche Vorgaben bei höherem Investment. Zur Zeit ist es so, dass Projekte, für die einen Investitionsaufwand von mehr als 2,5 Mio. Euro nowtwendig ist, eine Mischfinanzierung ausgenutzt wird: Bis zum Limit von 2,5, Mio. Euro wird Kapital über die Crowd eingesammelt. Das überschießendende Kapital wird durch andere Maßnahmen beschafft.

Dies ist insoweit unbedenklich, da es beim Crowdfunding Geschäft im Großen und Ganzen rund läuft und nur wenige Projekte scheitern. Jedoch reicht das Scheitern eines Projekts aus, um den Markt nachhaltig zu erschüttern. Denn der Schwarmfinanzierung ist immanent, dass ein Fehler bei vielen Anlegern durchschlägt – der ganze Schwarm ist dann betroffen. Die Schockwelle ergreift beim Scheitern des Investmentprojekts häufig den ganzen Markt.

Transparenz und Crowdfunding

Kritiker lehnen eine Ausweitung der Privilegierung für das Crowdinvesting ab. Es würde der Intransparenz Vorschub leisten. Der sogenannte “graue Kapitalmarkt” würde so wieder befeuert. Kritisch sei nach Ansicht von Verbraucherschützern, dass die meisten Crowdfunding Projekte über Nachrangdarlehen laufen. Das bedeutet, dass die Anleger nicht direkt in das Projekt investieren, sondern Gläubiger des Nachrangdarlehens werden. Wie der Namen schon sagt: Im Falle des Scheiterns des Projekts stehen die Gläubiger des Nachrangdarlehens an zweiter Stelle.

Was ist die Alternative zu Nachrangdarlehen?

Als Alternative zur Anlage in das Nachrangdarlehen wäre es für den Anleger der Crowd sicherer, wenn er in Aktien oder Optionsscheine investieren würde. Jedoch stellt sich dann wieder die Frage der Prospektpflichtigkeit für das Investment Projekts. Die Erstellung eines Prospekts ist zeit- und vor allem Kostenaufwendig. Die Vorteile des Crowdfunding würden dann wieder leerlaufen.

Jedoch: In der Bundesregierung gibt es Überlegungen, die Prospektpflichten zu lockern – auch wenn die Crowd in Aktien und Optionsscheine investiert. Unklar ist bisher jedoch, bis zu welcher Emissionsschwelle die Befreiung von der Prospektpflicht gelten soll.

Bei Fragen rund um das Crowdinvesting und Fragen zur Geltung und Reichweite des Crowdinvesting Gesetzes stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung. Schreiben Sie uns unter broecker@sylvenstein-law.de oder rufen Sie uns an.