SYLVENSTEIN Rechtsanwälte | Crowdinvesting Gesetz – Vorgaben für das Crowdfunding
22580
single,single-post,postid-22580,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,select-theme-ver-2.4.1,wpb-js-composer js-comp-ver-4.7.4,vc_responsive
 

Crowdinvesting Gesetz – Vorgaben für das Crowdfunding

crowdinvesting gesetz

Crowdinvesting Gesetz – Vorgaben für das Crowdfunding

Intelligenter Schwarm. Seit Juli 2015 gilt das sogenannte Kleinanlegerschutzgesetz. Mit dem Entwurf und der Verabschiedung dieses Gesetzes reagierte der Gesetzgeber auf die Mega-Pleiten von Prokon und S&K. Diese Firmen sammelten Gelder von tausenden Kunden ein, um diese anzulegen. Sie nutzten das Prinzip der sogenannten Schwarmfinanzierung (Crowdfunding). Geld von vielen Anlegern einsammeln, um diese in ein Projekt zu investieren. Am Markt entstand durch die Insolvenzen eine Verunsicherung beim Anleger. Daher schuf der Gesetzgeber das Kleinanlegerschutzgesetz, das auch als Crowdinvesting Gesetz bezeichnet werden kann. Denn für die Betreiber von Crowdinvesting Plattformen gilt es, die Vorgaben aus dem Crowdinvesting Gesetz zu beachten.

Crowdinvesting Gesetz – Privilegierung von Schwarmfinanzierungen

Soweit eine Schwarmfinanzierung über eine Internetplattform die gesetzlichen Vorgaben des Kleinanlegerschutzgesetzes erfüllt, muss kein aufwendiger Wertpapierprospekt erstellt werden. Der Gesetzgeber hat hier eine „Befreiung für Schwarmfinanzierung“ geschaffen (§ 2a VermAnlG). Voraussetzung ist unter anderem, dass die Vermögensanlage einen Gesamtwert von 2,5 Mio. Euro nicht überschreitet und jeder einzelne Anleger für das Crowdprojekt nicht mehr als 10.000 Euro einsetzt.

Crowdfunding Gesetz und Zukunftsperspektiven

Am Crowdfundig Markt herrscht Bewegung und es werden Stimmen laut, die eine Hochsetzung der Emissionsschwelle fordern. Diese liegt, wie oben erwähnt, bei 2,5 Mio Euro und soll verdoppelt werden auf 5 Mio. Euro, um die Schwarmfinanzierung effektiv und attraktiv zu halten.

Eine Hochsetzung der Schwelle für den gesetzlich privilegierten Markt erweitern. Das würde bedeuten: Weniger gesetzliche – und vor allem aufsichtsrechtliche Vorgaben bei höherem Investment. Zur Zeit ist es so, dass Projekte, für die einen Investitionsaufwand von mehr als 2,5 Mio. Euro nowtwendig ist, eine Mischfinanzierung ausgenutzt wird: Bis zum Limit von 2,5, Mio. Euro wird Kapital über die Crowd eingesammelt. Das überschießendende Kapital wird durch andere Maßnahmen beschafft.

Dies ist insoweit unbedenklich, da es beim Crowdfunding Geschäft im Großen und Ganzen rund läuft und nur wenige Projekte scheitern. Jedoch reicht das Scheitern eines Projekts aus, um den Markt nachhaltig zu erschüttern. Denn der Schwarmfinanzierung ist immanent, dass ein Fehler bei vielen Anlegern durchschlägt – der ganze Schwarm ist dann betroffen. Die Schockwelle ergreift beim Scheitern des Investmentprojekts häufig den ganzen Markt.

Transparenz und Crowdfunding

Kritiker lehnen eine Ausweitung der Privilegierung für das Crowdinvesting ab. Es würde der Intransparenz Vorschub leisten. Der sogenannte „graue Kapitalmarkt“ würde so wieder befeuert. Kritisch sei nach Ansicht von Verbraucherschützern, dass die meisten Crowdfunding Projekte über Nachrangdarlehen laufen. Das bedeutet, dass die Anleger nicht direkt in das Projekt investieren, sondern Gläubiger des Nachrangdarlehens werden. Wie der Namen schon sagt: Im Falle des Scheiterns des Projekts stehen die Gläubiger des Nachrangdarlehens an zweiter Stelle.

Was ist die Alternative zu Nachrangdarlehen?

Als Alternative zur Anlage in das Nachrangdarlehen wäre es für den Anleger der Crowd sicherer, wenn er in Aktien oder Optionsscheine investieren würde. Jedoch stellt sich dann wieder die Frage der Prospektpflichtigkeit für das Investment Projekts. Die Erstellung eines Prospekts ist zeit- und vor allem Kostenaufwendig. Die Vorteile des Crowdfunding würden dann wieder leerlaufen.

Jedoch: In der Bundesregierung gibt es Überlegungen, die Prospektpflichten zu lockern – auch wenn die Crowd in Aktien und Optionsscheine investiert. Unklar ist bisher jedoch, bis zu welcher Emissionsschwelle die Befreiung von der Prospektpflicht gelten soll.

Bei Fragen rund um das Crowdinvesting und Fragen zur Geltung und Reichweite des Crowdinvesting Gesetzes stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung. Schreiben Sie uns unter broecker@sylvenstein-law.de oder rufen Sie uns an.