SYLVENSTEIN Rechtsanwälte | FAQ-Update: Widerrufsjoker, Vorfälligkeitsentschädigung, etc.
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FAQ-Update: Widerrufsjoker, Vorfälligkeitsentschädigung, etc.

FAQ-Update: Widerrufsjoker, Vorfälligkeitsentschädigung, etc.

Seit unserem ersten Blog-Beitrag mit dem Titel “Widerrufsjoker: Umschulden ohne Vorfälligkeitsentschädigung” haben wir an dieser Stelle in unregelmäßiger Folge immer wieder über das Thema Widerruf von Darlehensverträgen ohne Vorfälligkeitsentschädigung informiert. Auf besonderes Echo bei Verbrauchern ist dabei der Beitrag FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Widerrufsjoker und Vorfälligkeitsentschädigung gestoßen und unser Beratungsangebot rund um die Themenbereiche Widerruf, Refinanzierung, Umschuldung und Vorfälligkeitsentschädigung in der Folge weiter gestiegen. Wir haben uns daher entschieden, interessierten Lesern eine aktualisierte und erweiterte Liste zum Thema zur Verfügung zu stellen.

Weiterhin beantworten wir individuelle Anfragen zu Darlehenswiderruf und Vorfälligkeitsentschädigung über unser Kontaktformular und geben meist innerhalb kürzester Zeit eine rechtlich fundierte und ehrliche Ersteinschätzung hinsichtlich etwaiger Fehler in Ihrer Widerrufsbelehrung ab.

  1. Was bringt der vorzeitige Widerruf meines Darlehensvertrags?
    Das derzeitige Zinsniveau ermöglicht häufig eine Umschuldung oder Refinanzierung zu weitaus attraktiveren Konditionen. Zur Veranschaulichung dient das Rechenbeispiel in unserem Beitrag vom 7. Mai. Hinzu kommt die Möglichkeit, Nutzungen geltend zu machen.
  2. Führt jeder Fehler in der Widerrufsbelehrung zur Widerrufbarkeit meines Darlehens?
    Nein, fehlerhafte Belehrungen haben nicht stets auch die Widerrufbarkeit zur Folge. Zum Teil müssen bestimmte Umstände hinzu treten. Insbesondere muss der Fehler in der Regel nachteilig für den Verbraucher sein.
  3. Mein Darlehen läuft ohnehin nur noch für kurze Zeit. Lohnt sich der Widerruf in einem solchen Fall überhaupt noch?
    Ja, auch wenn die Restschuld nur noch gering ist, kann sich der Widerruf auszahlen. Es besteht regelmäßig noch ein Erstattungsanspruch gegen die Bank auf Nutzungsersatz für die in der Vergangenheit oberhalb des Marktzinses gezahlten Zinsen. Insbesondere bei bereits länger laufenden oder abgelösten Darlehen kann dieser Anspruch erheblich sein.
  4. Ich habe keine Rechtsschutzversicherung. Stellt dies ein Problem dar?
    Nein. Etwa 75% unserer Mandanten sind nicht rechtsschutzversichert.
  5. Unterstellt, die mir von meiner Bank zur Verfügung gestellte Widerrufsbelehrung ist fehlerhaft. Wie gehen Sie vor?
    Wesentlicher Ansatz unserer Tätigkeit ist Ihr Interesse. Dieses loten wir daher gemeinsam aus. Üblicherweise versuchen wir einige Vorfragen per E-Mail oder am Telefon zu klären. Wichtige Vorfragen können sein z.B.: Können Sie die Restschuld mit liquiden Mitteln ablösen? Handelt es sich um ein verbundenes Rechtsgeschäft? Ist das Darlehen durch eine Grundschuld abgesichert? Anschließend stellen wir Ihren Anspruch in Absprache mit Ihnen gegenüber der Bank dar.
  6. Führt ein wirksam erklärter Widerruf meines Darlehens dazu, dass ich die Restschuld innerhalb kürzester Zeit an die Bank zurückführen muss? Kann es passieren, dass ich keine Anschlussfinanzierung bekomme?
    Dieses Risiko besteht. Ihr Handeln muss daher genau überlegt sein. Wir weisen in diesem Zusammenhang auch auf unseren Beitrag vom 18. August hin. Aus unserer Praxis ist uns jedoch kein Fall bekannt, wo der Mandant am Ende mit leeren Händen dastand bzw. allein dem Rückzahlungsanspruch der Bank ausgesetzt war.
  7. Was halten Sie von der Prüfung von Widerrufsbelehrungen durch Verbraucherzentralen?
    Die Verbraucherzentralen haben sich bei dem Thema Widerruf von Immobiliendarlehen verdient gemacht und wir schätzen deren Arbeit sehr. Nach unseren Erfahrungen prüfen Verbraucherzentralen Widerrufsbelehrungen ordentlich. Ansprüche gegenüber Banken können sie aber nicht geltend machen und daher empfehlen sie nach eigener Prüfung Anwälte zur Durchsetzung möglicher Forderungen.
  8. Haben Sie besonders gute oder schlechte Erfahrungen mit bestimmten Banken/Sparkassen gemacht?
    Natürlich haben wir mit der einen oder anderen Bank besonders schnell eine wirtschaftliche sinnvolle Lösung für unsere Mandanten erreichen können. Eine pauschale Aussage ist hier jedoch nicht möglich. Unser Eindruck ist allerdings, dass es bisweilen auf den Sachbearbeiter ankommt, wie schnell man zu einer Lösung kommt. Dies mag jedoch auch Zufall sein.
  9. Ich möchte auf keinen Fall eine langwierige gerichtliche Auseinandersetzung. Können Sie dies sicherstellen?
    Nur die wenigsten Fälle enden tatsächlich vor Gericht – dies ist gut so. Je nach Ihrem Interesse signalisieren wir bereits im ersten Schreiben an die Bank Vergleichsbereitschaft. Wir halten nichts davon, unsere Mandanten ohne Not in langwierige und nervenaufreibende Gerichtsprozesse zu treiben. Zudem gilt weiterhin folgender Satz nicht ohne Grund: “Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand”.

Lesen Sie auch unseren erneutes FAQ Update zum Widerrufsjoker vom 19. November.